Wirklich gelungen!
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(TOP 100 REZENSENT)    (VINEŽ-PRODUKTTESTER)    Rezension bezieht sich auf: Mahler: Complete Edition (Audio CD) Die beiden Vorrezensenten haben es bereits auf den Punkt gebracht: Hier erhält man einen qualitativ extrem hochwertige Auswahl zu einem einmaligen Preis. Die Auswahl wurde erkennbar nicht von der Marketing-Abteilung von Universal getroffen, sondern von echten Kennern. Insbesondere die Einspielungen der 1., 2. 6., 8. und 9. Symphonie gehören zu Referenz. Keine der anderen enttäuscht. Vielleicht darf ich zu den Symphonien dennoch einige weiterführende Tipps (über diese Sammlung hinaus) geben (für denjenigen also, der hier so richtig Feuer gefangen hat).

Von den jüngeren Gesamteinspielungen hat mich vor allem Symphonien Nr. 1-9 ungeheuer fasziniert. Für alle diejenigen, die mit Aufnahmen von Gielen eine Art musikalischen Destruktuvismus bei schwacher Tonqualität verbinden, darf ich auf beiden Ebenen Entwarnung geben und eine echte Empfehlung aussprechen. Mit einem kleinen Vorbehalt vielleicht bei der 4. gelingen Gielen jeweils sehr individuelle, bis in die kleinsten musikalischen Gesten hinein expressive und durchdachte Aufnahmen, die auch auf einer größeren Anlage viel Spaß macht. Die Edition ist extrem teuer und enthält (Vorsicht!) nicht die komplette 10. (dazu noch unten). Die dürfte - was ich sehr gut verstehen kann - die meisten abschrecken. Ich selbst habe bereits geblutet, aber bin rückblickend betrachtet sehr froh, diese Aufnahmen immer wieder hören zu können.

Eine Ergänzung zur hier eingespielten ersten wäre im Übrigen noch Boulez (DG) Gustav Mahler: Sinfonie 1 zu erwähnen, vielleicht die beste Mahler-Boulez-Aufnahme überhaupt.

Die zweite in dieser Aufnahme ist für mich wirklich die beeindruckendste. Etwas weniger bekannt und dennoch überaus packend (hören Sie nur in den ersten Satz hinein!) erschien mir aber stets auch Blomstedt (Decca) Sinfonie 2.

Bei der dritten werde ich von den Kennern gleich Prügel beziehen; aber mir gefällt vor allem Kubelik (die Aufnahme ist in Sinfonien 1-10 enthalten) besonders gut, weil Kubelik gerade im ersten Satz mit vollem Einsatz und großer Leidenschaft (bei hohem Tempo) zur Sache geht.

Was die vierte angeht, würde ich mich ganz lange mit der vorliegenden Aufnahme vergnügen, bevor ich vielleicht an eine andere, etwa Abbado (DG) (Sinfonie 4/7 Frühe Lieder denken würde.

Bei der fünften würde ich jedem ganz dringend zu Markus Stenz (Oehmsclass) Sinfonie 5 raten: eine seltene Offenbarung! Hier kann man die hier erworbene Sammlung in jedem Fall noch deutlich aufwerten.

Bei der sechsten bevorzuge ich ein klein wenigmehr die zackige Herangehensweise von Solti (Decca) Sinfonie 6, die man sich zulegen sollte, um zu hören, wie das Werk ebenfalls klingen kann. Mir schien in dieser Interpretation gerade der erste Satz immer schlüssiger, obwohl Abbado großartig ist. Wem Solti gefällt und wer besessen genug ist, die Mondscheinpreise für eine vergriffene Aufnahme zu zahlen, der sollte noch einen Blick in Järvi (Chandos) Sinfonie 6 / Sinfonisches Präludium hineinwerfen. Die ist die schnellste Sechste die ich kenne (Kubelik geht auch beherzt zur Sache); aber es geht Järvi nicht nur um vordergründigen Effekt.

Bei der siebten hätte ich stets neben Gielen (den ich oben erwähnt habe, hier aber ausdrücklich noch einmal nennen muss) vor allem Abbado (DG) Sinfonie 7 genannt werden: Dabei erscheint mir nicht einmal der erste Satz der überwältigendste. Aber, was Abbado aus den drei Binnensätzen herausholt, lässt sich schlicht nicht in Worte fassen. Und als einziger findet er einen Zugang zum letzten Satz, der diesen rundum durchweg überzeugend klingen lässt.

Bei der achten ist mit der Anschaffung dieser Box sicher die beste Wahl getroffen worden.

Bei der neunten muss ich neben der hier ausgesuchten wunderschönen Einspielung noch einmal ausdrücklich Gielen erwähnen. Daneben aber treten noch zwei Aufnahmen, die man einfach haben sollte, weil sie mit jeweils ganz eigenem Gestus und neuen Ideen das Werk in einer Weise ausleuchten, die schlicht Freude bereitet: Sinfonie 9 d-Dur und ein klein wenig intensiver noch die neunte mit Nott und die Bamberger Symphoniker (Tudor, Link wird an dieser Stelle leider nicht mehr akzeptiert).

Bei der zehnten hätte ich persönlich nicht zu Chailly gegriffen. Ich habe das Werk vor längerer Zeit einmal mit Gielen im Konzert gehört und brauchte nach dem Verklingen des letzten Satzes fast eine Stunde, um mich von dem überwältigenden Eindruck zu erholen. Damals besorgte ich mir im Laufe der Zeit Rattle, Chailly und Sinopoli und war enttäuscht. Deshalb ein Verweis auf die 10. mit Gielen (Haenssler Classic, einen Link kann ich hier aus technischen Gründen nicht anführen): Die 10. ist in der o.g. Gesamteinspielung nicht enthalten und kostet eine Extrastange Geld, was mich ziemlich ärgerte. Ich habe sie aus nostalgischen Gründen dennoch erworben und konnte - was praktisch ja nie vorkommt - das damalige Erlebnis wiederholen; Fazit: Einmalig!
Eine Rezension von Ein Kunde
vom 24. Mai 2010
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